Hauben


Czepiec z kryzą, tzw. brodą, XIX w., Dolny Śląsk
Haube mit Krause, die sog. Barthaube, 19. Jh., Niederschlesien

         Die Sammlung der niederschlesischen Hauben (etwa 320 Objekte), von denen die meisten aus dem 19. Jh. stammen, bildet ein wertvolles Vergleichs- material, das für verschiedene Untersuchungen der Geschichte, der Kultur und der Sitten verwendet werden kann. Die Fracht der Hauben, die aus kostba- ren und reich geschmückten Stoffen genäht wurden, zeugte vom Wohlhaben ihrer Besitzerinnen. Jede verheiratete Frau musste zumindest eine Haube haben, aber die vermögenderen besaßen einige solche Kopfbedeckungen. In der Regel sorgfältig aufbewahrt und nicht geändert, stellten sie eine einzigartige Kapitalanlage dar. Gerade aus diesem Grunde dürften sie sich im Vergleich zu anderen Kleidungsstücken relativ gut und in großer Zahl erhalten haben.

Einteilige Haube, 19. Jh., Niederschlesien
Einteilige Haube, 19. Jh., Niederschlesien

         Im Hinblick auf den Schnitt lassen sich die niederschlesischen Hauben in drei Hauptgruppen aufteilen: die einteiligen, die aus einem dreieck- ähnlichen Stück Stoff genäht wurden, die zweiteiligen, die aus dem Boden und dem Rand bestehen, und die dreiteiligen, die sich aus einem Mittelteil und zwei Seitenteilen (Ohren- teilen) zusammensetzen. Zu ihrer Herstellung verwendete man einfarbige Seide, Samt, Wolle, gemusterten Brokat, Baumwoll- oder Flachs- leinen und Tüll. Manche Hauben wurden mit Pappe oder Leineneinlage versteift, andere hatten den sog. Bart, d.h. eine schwarze, stark gestärkte Spitze, die in kleine Plissee-Falten gelegt und mit Draht versteift wurde. Noch andere wurden mit Pelz besetzt, was davon zeugt, dass man sie im Winter trug.

Dreiteilige Haube, 19. Jh., Niederschlesien
Dreiteilige Haube, 19. Jh., Niederschlesien

         Zum Verzieren der Hauben wurden goldene und silberne Fäden, Flitter, Gläschen, Steine wie auch Glasperlchen benutzt, die man zur Fertigung von schönen Stickereien mit Pflanzenmotiven verwendete. Es wurde auch gern zu verschiedenartigen Spitzen, Borten und Bändern gegriffen. Die Letzteren wurden meistens hinten auf der Haube in Form einer Schleife befestigt. Alle Hauben wurden handgenäht, jedoch hauptsächlich von darauf spezialisierten Haubenschneiderinnen.


Instytucja Kultury Samorządu Województwa Dolnośląskiego

Partnerzy medialni