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Die Ausstellung Kultur des niederschlesischen Dorfes 1945-1965, präsentiert in den Jahren 1965-1968
Die Ausstellung Kultur des niederschlesischen Dorfes 1945-1965, präsentiert in den Jahren 1965-1968

         Die Museumssammlungen zeigen die Problema- tik, die für die niederschlesische Ethnographie von grundsätzlicher Bedeutung ist: Beständigkeit und Veränderungen der Kultur. Die Gestalter der meisten Ausstellungen versuchten, die jüngere und die ältere Geschichte Niederschlesiens darzustellen. Dabei wurde sie als Prozess der Entwicklung der Volkskultur unter den unterschiedlichen nationalen und religiösen Umständen wahrgenommen.
         Die Ausstellung, die dies zum ersten Mal komplex darstellte, wurde 1965 unter dem Titel Kultur des nieder- schlesischen Dorfes 1945-1965 organisiert. Daran knüpfte die 1985 eröffnete ständige Ausstellung Das Alte und das Neue des niederschlesischen Dorfes an. Viele andere Expositionen präsentierten in detaillier- terer Weise einige ausgewählte Probleme aus diesem ungewöhnlich reichen und in erkenntnismäßiger Hinsicht nicht nur für die Ethnographie interessanten Themenkreis.
         Die im neuen Museumssitz vorbereitete ständige Ausstellung Niederschlesier - Gedächtnis, Kultur, Identität betrachtet im Gegensatz zu den früheren Veranstaltungen die Frage der Konfrontation der Kulturen in einem höheren Maße in der Perspektive der menschlichen Schicksale. Die historischen Gegenstände werden hier in die Erzählung über die Niederschlesier "eingeschrie- ben", über ihr Alltagsleben und ihre festlichen Bräuche, Wertsysteme, ihr Gefühl der Wurzellosigkeit und Methoden der Anpassung an die neuen Umstände.

Die Ausstellung Das alte  niederschlesische Dorf, präsentiert in den Jahren 1971-1976
Die Ausstellung Das alte niederschlesische Dorf, präsentiert in den Jahren 1971-1976

         Dass die Ausstel- lung auf die als Geschichte der Menschen wahrge- nommene Regions- geschichte Nachdruck legt, wird auch durch ihre künstlerische Anordnung unterstri- chen, in der Fotografi- en eine wichtige Rolle spielen. Sie dienen als Hintergrund für die Beschreibungen der nationalen Struktur Niederschlesiens und zeigen zugleich das Volksbrauchtum wie auch die Schicksale der Familien, die in nationaler und regionaler Hinsicht differenzierte Ansiedlungs- gruppen vertreten.
         Die Ausstellung stellt zwei Porträts der hiesigen Volkskultur einander gegenüber, und zwar der im 19. Jh., die ziemlich stabil, wenn auch nicht einheitlich war, und der in den ersten Nach- kriegsjahren, die ein Mosaik der Traditionen der Ansiedlungsgruppen und der vorausgegangenen Epoche darstellt.

Niederschlesier –  Gedächtnis, Kultur,   Identität. ein  Ausschnitt der ständigen Ausstellun
Niederschlesier – Gedächtnis, Kultur, Identität. ein Ausschnitt der ständigen Ausstellun

         W wyodrębnionym bloku tematycznym przedstawiono także dolnośląską sztukę ludową: malarstwo na szkle, płótnie i desce oraz rzeĄbę. Wyeksponowane tu przykłady potwierdzają tezę o wysokiej klasy mistrzostwie dawnych dolnośląskich twórców. Das Bild, das beim Betrachten der ausgestellten, die ehemalige nieder- schlesische traditio- nelle Kultur illustrie- renden Gegenstände entsteht, zeugt von dem Dorf, das in enger Beziehung zur Stadt steht und in das zahlreiche industrielle Erzeugnisse eindrin- gen. Im Stuben- inneren, das jedoch nicht als versuchte Rekonstruktion zu verstehen ist, befinden sich exzellent gefertigte, verzierte Möbel. Zu ihnen zählen nicht nur ein Schrank, eine Anrichte, ein Tisch, eine Truhe und Schemel, sondern auch eine Wiege und ein Bett. Von den kleineren Objekten finden wir hier auch ein Lesepult, Löffelschränkchen, Salzstreuer und verschiedenartige Kästchen. Die Wände sind vor allem mit auf Glas gemalten Marienbildern aus bekannten schlesischen Wallfahrtsorten und Darstellungen der in diesem Gebiet populären Heiligen geschmückt, aber man kann sich auch Öldrucke und auf Papierkanevas gestickte Bilder ansehen. In den Fächern stehen zahlreiche Gefäße. Die nicht nur in diesem Teil der Ausstellung erscheinenden Figuren der Niederschlesier aus der Vorkriegszeit tragen Kleider, die deutlich nach dem Vorbild bürgerlicher Kleidung gefertigt sind. Die in der zweiten Hälfte des 19. Jh. außer Gebrauch gekommene hiesige Volkstracht gab es in vielen Varianten, die für einzelne Unterregionen wie Wrocław (Breslau), Kłodzko (Glatz), Wałbrzych (Waldenburg), Jelenia Góra (Hirschberg), Karkonosze (Riesengebirge), die Gegend um die Flüsse Kaczawa (Queis) und Bóbr (Bober), Głogów (Glogau) und Nysa (Neiße) charakteristisch waren. In den Museumssammlungen sind relativ wenige Kleidungsstücke erhalten geblieben. In der Regel stammen sie aus der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert und weisen die subregionalen Unterschiede nicht mehr auf. Reichlich vertreten sind nur in dunklen Farben gehaltene Frauen- trachten, deren Schnitt an Renaissancekleider anknüpfte. Sie bestehen aus kurzen Jäckchen mit zum Handgelenk hin enger werdenden Puffärmeln, langen Röcken mit weißen und durchbrochenen oder mit seidenen Schürzen, bunten, mit weißer Stickerei verzierten Schultertüchern wie auch reichlich geschmückten Hauben. In einem separaten thematischen Block wird auch die niederschlesische Volkskunst dargestellt, d.h. Malerei auf Glas, Leinwand und Holz wie auch Plastik. Die hier präsen- tierten Exemplare bestätigen offensichtlich die Kunstfertigkeit der alten niederschlesischen Künstler.
         Die niederschlesischen Handwerke sind in der Ausstel- lung durch Böttcherei, Weberei, Töpferei, Schmiedehand- werk, Lebkuchenbäckerei und mit Schnitzerei verzierte Holzerzeugnisse repräsentiert.
         Die Böttcherei, also die Herstellung von Dauben- gefäßen, war in Schlesien bereits in prähistorischen Zeiten bekannt. Im 18. und 19. Jh. gab es in den Dörfern in diesem Gebiet etwa 400 Böttchereien, deren Erzeugnisse in jedem Haushalt verwendet wurden. Dazu zählten Fässer zum Einlegen von Kohl, Gurken und für Bier, Bottiche für Salzfleisch, Backtröge zum Ansäuern und Kneten des Brottei- ges, Butterfässer, die mit dem Stößel oder der Kurbel bedient wurden, Eimer und Wasserkannen, Melkeimer, Waschbütten. In der zweiten Hälfte des 19. Jh. wurden die Böttcherwaren aus Holz immer häufiger durch Fabrikerzeugnisse aus Metall ersetzt. In der Ausstellung ist eine Böttcherwerkstatt präsentiert, die im Dorf übli- cherweise in einer Stube oder in einem Wirt- schaftsgebäude untergebracht war. Neben den Böttcherwaren kann man sich hier auch zahlrei- che Werkzeuge ansehen, u.a. Holzböcke zum Halten von Holz bei dessen Bearbeitung, Kimmen- messer zum Einschneiden der Kerben in den Dauben wie auch Holzzangen und -klammern, die zum Legen der Reifen um bereits zusammen- gesetzte Gefäße dienen.
         Die Weberei in Niederschlesien entwickelte sich sowohl als Produktion für eigene Zwecke als auch Heimarbeit, die oft die Existenzgrundlage für ganze Dörfer bildete, insbesondere in den Sudeten und deren Vorgebirge. Die Qualitätserzeugnisse der niederschlesischen Weber gelangten auf ausländische Märkte, unter anderen auch auf den amerikanischen und den englischen Markt. Der Verfall dieses Handwerks fiel auf die erste Hälfte des 20. Jh. und ist auf die Entwicklung der Textilindustrie zurückzuführen. In der Sudeten- region befanden sich auch die Werkstätten, in denen Leinen handgefärbt und -gedruckt wurden, woran in der Ausstellung kunstvoll gefertigte Model für Stoffdruck erinnern wie auch die sog. Blaudrucktischdecke, d.h. eine mittels dieser Druck- formen verzierte Tischdecke.

Niederschlesier – Gedächtnis, Kultur, Identität, ein Ausschnitt der ständigen Ausstellung
Niederschlesier – Gedächtnis, Kultur, Identität, ein Ausschnitt der ständigen Ausstellung

         Ein als Diorama gestalteter Ausstellungsteil ruft Erinnerungen an die so genannten Spinnabende wach, die zu Beginn des 20. Jh. in vielen Orten Niederschlesiens stattfanden. Hauptrequisit dieses üblicherweise mit dem Schlemmermahl verbunde- nen Rituals und zugleich Schauspiels war immer ein Spinnrad und die Teilnehmer legten obligatorisch die Tracht an. Dank dieser Darstellungsweise können neben einer Webwerkstätte auch verschie- denartige Spinnräder und Webbrettchen in der Ausstellung gezeigt werden.
         Zu den wichtigen Elementen der Ausstattung der Dorfstube gehörte ferner die Steinzeug- und Fayence-Keramik sowohl wegen ihrer Nützlichkeit als auch ihrer Dekorativität. Sie wurde in den Töpfereien hergestellt, die es noch in den 17. Jh. überall gab, aber im 19. Jh. wurde sie verdrängt von fabrikmäßig produzierten Metallgefäßen und Erzeugnissen der Bunzlauer Manufaktur, d.h. 01- und Wasserflaschen, Kuchen- und Sülzenformen, die zu dieser Zeit immer häufiger ins Dorf gelangten.
         Das Schmiedehandwerk gab es im nieder- schlesischen Dorf bereits seit dem Mittelalter. Bis zum Ende des 18. Jh. fertigten die Schmiede Pflüge, Metallbeschläge für hölzerne Werkzeuge, Hacken, Sicheln. Zu ihren Werken zählten auch eiserne Grab- und Straßenkreuze, Zaunelemente, Fenstergit- ter, Scharniere und Tür-, Schrank- und Kasten- schlösser, Wagenbeschläge wie auch Äxte, Hackbei- le, Messer, Kienholzhalter usw. In jedem Dorf befand sich mindestens eine Schmiede, zu deren festen Ausstattung die Esse mit dem Schmiedefeuer gehörte. Daneben war ein ledernes Gebläse zum Anfachen der Glut untergebracht. In der Mitte stand der Amboss und die Werkzeuge wurden an der Wand aufgehängt oder auf nahe stehende Tische und in Schränke gelegt. In der Ausstellung werden vor allem verzierte Schmiedeerzeugnisse, unter ihnen Wagenbeschläge wie auch verzierte und datierte Ambosse aus der wertvollen, 26 Objekte zählenden Museumssammlung präsentiert. Gegen Ende des 19. Jh. begann das Schmiedehandwerk zu verfallen.

Waschbecken, 18. Jh., Niederschlesien
Waschbecken, 18. Jh., Niederschlesien

         Niederschlesien war ebenso ein starkes Zentrum der Lebkuchenbäckerei. Ihre Entwick- lung erfolgte im Zeitraum zwi- schen dem 16. und dem 18. Jh. In den meisten schlesischen Städten gab es damals solche Bäckerei- werkstätten. Ihre Zahl schwankte zwischen einer und drei in einem Ort; vor diesem Hintergrund zeichnete sich Wrodaw (Breslau) mit seinen sechs Lebkuchen- bäckermeistern ab. Verhältnismä- ßig wenige Werkstätten waren in Dörfern in Betrieb, was bestimmt auch darauf zurückzuführen ist, dass der Lebkuchen lange Zeit auf Grund des hohen Preises der zu seiner Zubereitung notwendigen Zutaten wie Honig und Gewürze zu elitären Produkten gehörte. Die Situation wandelte sich erst nach der Verbreitung des Zuckerrohrsirups und insbesondere nach der Entdeckung der Zuckergewinnung aus Zuckerrüben, die 1801 im niederschlesischen Ort Konary (Kern) erfolgte. Infolge dieser Prozesse wurde Ende des 18. Jh. und im 19. Jh. die Herstellung der Lebkuchen allmählich von provinziellen Zentren und spezialisierten, im Fabriksystem organisierten Firmen übernommen. Der Herstellungsprozess wurde weiter vereinfacht und kunstvoll ge- schmückte Formen gelangten immer häufiger nur in museale Sammlungen.
         In der Ausstellung werden lediglich ein Dutzend geschnitzte Lebkuchenformen aus der viele hunderte Objekte zählenden Museums- sammlung präsentiert. Deren Schöpfer waren entweder die Lebkuchenbäckermeister selbst oder die in ihren Werkstätten beschäftigten Handwer- ker, aber ab und zu auch gelernte Schnitzer und Holzschneider oder sogar Bildhauer.
         Die ausgestellten Lebkuchenformen befinden sich im Grenzgebiet zwischen Kunst und Handwerk. Die Volksschnitzerei wird auch am Beispiel der geschmückten Butterformen und Herdenglockenbügel dargestellt.
         Die Arbeiten des bäuerlichen Alltags werden durch folgende Gegenstände illustriert: eine aus einem Baum- stamm ausgehöhlte, mit dem Fuß angetriebene Stampfe zum Zerkleinern von Getreide zu Graupen, eine Hand- stampfe, verschiedenartige Hauen und Hacken, Rübenzieher, Messer, Heugabeln, Harken, eine Sense und Kappenflegel mit schweren Schlaghölzern, Wassertragen, ein Wiegenbutterfass, eine Messerschleife und ein Mist- schlitten. In der Ausstellung werden Pferdekummete, Joche, Schlittenglocken gezeigt. Die Zuschauer können sich hier auch einen Strohbienenstock, "Koschka" (geflochtener Strohkorb) genannt, einen Bienenstock, der aus einem ausgehöhlten Baumstamm hergestellt wurde, und Fischer- geräte ansehen.

Tuch  mit Kreuzstichstickerei, um 1935, Czernica in der Nähe von Mikołajów. Lemberger Region
Tuch mit Kreuzstichstickerei, um 1935, Czernica in der Nähe von Mikołajów. Lemberger Region

         Die nach dem Zweiten Weltkrieg ankommenden Siedler fanden jedoch ein ganz anderes Dorf. Die damalige Landschaft wurde von Mauerwerksbauten dominiert, d.h. großen Wirtschaftsgebäuden und aus vielen Räumen bestehenden, oft einstöckigen Wohnhäusern. Die Block- häuser und für diese Region typischere Fachwerkhäuser blieben in größerem Maße in den Sudeten und in deren Vorland erhalten. In der Ausstellung kann man eine für diese Konstruktion charakteristische Gefachausfüllung (Gefach - Teil einer Wand eines Fachwerkhauses) anse- hen. Die Staken aus Holz wurden mit Strohzöpfen ver- flochten und mit Lehm beworfen. Die von den Siedlern besiedelten Häuser waren in der Regel mit fabrikmäßig hergestellten Politurmöbeln ausgestattet. Bereits vor dem Krieg wurde das niederschlesische Dorf elektrifiziert und auf den meisten Bauernhöfen wurde die Produktion mechanisiert. Die traditionellen Werkzeuge haben sich nur als Relikte erhalten.
        Przybysze - mający już pewne przyzwyczajenia i umiejętności i własny, ugruntowany światopogląd - musieli odnaleĄć się w zmienionym otoczeniu, często całkowicie nieporównywalnym do tego, w jakim żyli dotychczas. Wieś dolnośląską zasiedlali osadnicy z byłych Kresów Rzeczpospolitej, z województw lwowskiego, tarnopolskiego, stanisławowskiego, wołyńskiego, poleskiego, w mniejszym zaś stopniu - z wileńskiego i nowogródzkiego. Część osadników opuściła przeludnione regiony Polski: Krakowskie, Łódzkie, Warszawskie i pobliską Wielkopolskę. Osiedlali się na tych ziemiach także Polacy lub ich potomkowie, powracający po długiej emigracji z Rumunii i Jugosławii. W zbiorach Muzeum nie znalazła odzwierciedlenia kultura reemigrantów z Belgii i Francji, którzy przybywali przeważnie do miast, oraz politycznej emigracji z Grecji. Interesujący dla badacza kultury jest również proces trudnej adaptacji na tych terenach ludności łemkowskiej, przymusowo przesiedlonej na Dolny Śląski podczas akcji "Wisła". Die Ankömmlinge, die über ihre eigenen Gewohnheiten und Kenntnisse wie auch ihre fest begründete Weltan- schauung verfügten, mussten sich in der neuen Umgebung zurechtfinden, die oft mit der, in der sie bis damals gelebt hatten, nicht zu vergleichen war. Die niederschlesischen Dörfer wurden von den Siedlern aus dem ehemaligen östlichen Grenzland Polens, aus den Woiwodschaften Lemberg, Tarnopol, Stanislawów, Wolhynien, Polesien und in geringerem Maße aus den Woiwodschaften Wilna und Nowogrodek besiedelt. Ein Teil der Siedler verließ die überbevölkerten Regionen Krakau, Lodz, Warschau und das benachbarte Groß- polen. In diesem Gebiet ließen sich auch die Polen und ihre Nachkommen nieder, die nach langer Emigration aus Rumänien und Jugosla- wien nach Polen zurückkehrten. Die Kultur der Reemigranten aus Belgien und Frankreich, die meistens in die Städte kamen, wie auch die der politischen Emigranten aus Griechenland findet keine Widerspiegelung in den musealen Sammlungen. Für einen Kulturforscher ist auch der schwierige Anpassungsprozess der lemkischen Bevölkerung interessant, die aus den Ostbeskiden nach Niederschlesien im Rahmen der "Aktion Weichsel" deportiert wurde.
         Die von allen Siedlergruppen mitgebrach- ten Gegenstände bereicherten mit der Zeit die musealen Sammlungen. Es waren Familienan- denken, sowohl wertvolle Sachen als auch diese, die in der Arbeit im Haushalt verwendet werden konnten und die Fortführung der bisherigen Arbeiten ermöglichten.
         Jede einzelne Gruppe zeichnete sich durch ihre Festtracht aus. Sie bestand aus den für eigenen Gebrauch zu Hause genähten und den fertigen, in der Stadt gekauften Elementen. Die Letzteren wurden bereits zum integralen Bestandteil der Volkstracht. In den ersten Nachkriegsjahren, als verschiedene Siedler- gruppen miteinander leben lernen mussten, konnte man schwer die jeweilige regionale Herkunft manifestieren. Da die Volkstracht als ihr deutlichstes Zeichen galt, gelangten viele Trachten - beinahe direkt aus Reisetruhen - ins Museum. Unter den Ausstellungsstücken sind reichlich bestickte Hemden aus Lemberg und Tarnopol, mit Stickereien und Leder- applikationen verzierte, huzulische Schafpelz- jacken und mit bunten Glasperlchen bestickte Hemden der Polen aus der rumänischen Bukowina besonders bemerkenswert. Überdies befinden sich hier in Weiß und Rot gehaltene Kleidungen aus Polesie und vielfarbige, gestreifte Trachten aus Lowicz und Opoczno. In Mitgifttruhen (auch in der Ausstellung präsentiert) wurden ferner Textilien mitge- bracht, nämlich mit Kreuzstickerei geschmückte Tücher aus der Lemberger Region, in geometri- schen Mustern gewebte Tücher aus Polesie, kunstvoll gewebte Tagesdecken aus der Wilnaer Region, die meist huzulischen Kelims mit schönen geometrischen Motiven.
         Von den für einzelne Gruppen charakteri- stischen Werkzeugen und Haushaltsgeräten werden in der Ausstellung unter anderem Gusseisentöpfe und Heutragen (sog. "rezginie") aus der Wilnaer Region, ein großer Strohkorb für Getreide (der sog. "szyjan") aus Polesie, Keramik aus der Region Pokucie wie auch Hirtenwerkzeuge aus der rumänischen Bukowina dargestellt.
         Die das Leben einzelner Familien zeigen- den Fotografien rufen die Lebensrealität aller Siedler vor ihrer Ankunft nach Niederschlesien und in den ersten Jahren der Ansiedlung ins Bewusstsein zurück. Dem Thema der Ansied- lung nicht nur der polnischen, sondern auch der lemkischen, jüdischen und griechischen Bevölkerung auf diesem Gebiet sind auch Dokumentarfilme gewidmet, die dem Publikum im Rahmen der Bildungsarbeit zugänglich gemacht werden. Sie schildern die reiche und mehrdeutige Welt der niederschlesischen Kultur.









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